Normen für Maus & Co.

Obwohl viele Menschen Normen eher kritisch gegenüber stehen, dulden sie in ihrer Umgebung Normen, die nie jemand so gewollt hat oder gar nieder geschrieben. Eine der schlimmsten davon ist der „PC mit Windows“. Nie hat jemand gewollt, dass alle Benutzer einen Bildschirm auf einen Kasten stellen und beide auf den Tisch. Die Realität sieht anders aus. Dieser „Norm“ verdanken viele Menschen ihre Kopf- und Nackenschmerzen.

 

„PC mit Windows“ bedeutet auch, dass man eine riesige Tastatur und daneben eine Maus benutzt. An sich nichts schlimmes. Leider sind die Schultern aller Menschen schmaler als die Breite der Tastatur und daher muss jeder, der eine Maus „optimal“ benutzen will, seinen rechten Arm verrenken. „Mausarm“ als Symptom oder echte Erkrankung hat einen steile Karriereschub hinter, als Leidensweg noch vor sich. Die übliche Tastatur ist ein Relikt aus „mauslosen“ Zeiten.

 

postures

 

Was tun, wenn man das Arbeiten nicht verbieten will, obwohl sie für viele Menschen ungesund ist? Hier hilft die Norm DIN EN ISO 9241-410 „Ergonomie der Mensch-System-Interaktion – Teil 410: Gestaltungskriterien für physikalische Eingabegeräte“. Sie führt die „Kompakt-Tastatur“ als Standard für Bildschirmarbeitsplätze ein. Diese wird außerdem ein Ebenbild der Laptop-Tastatur sein, für die es derzeit keine Norm gibt. Daher müssen sich Benutzer bei jedem Tastaturwechsel neu orientieren.

 

Von der Norm werden die Benutzer daher doppelt profitieren. Auch Hersteller werden profitieren, weil sie die Tastaturen nicht doppelt herstellen bzw. vorrätig halten müssen. Es fehlen nur noch diejenigen, die die alte Tastatur mit dem Zehnerblock benötigen. Für diese gibt es zwei Lösungen: Die alte Tastatur weiterhin benutzen oder zu der Kompakt-Tastatur einen separaten Zehnerblock addieren. Von der zweiten Lösung werden gerade die hier angeführten Benutzer profitieren. Denn sie benötigen nicht alle und auch nicht immer die gesamte Tastatur, manchmal brauchen sie nur den Zehnerblock, manchmal nur den Schreibbereich und manchmal den Zehnerblock auf der linken Seite der Tastatur. Für all diese Fälle schafft DIN EN ISO 9241-410 Abhilfe.

 

Ob die Tastaturen dadurch billiger geworden sind, weil fast ein Viertel der Tasten entfallen sind, lässt sich nicht sagen. Auf jeden Fall wurde der Materialeinsatz um diesen Betrag kleiner. Bei 250 Millionen PCs im Jahr bestimmt keine Lappalie. Die Preise für Tastaturen werden seit langem nicht durch deren Herstellung bestimmt, sondern eher durch ihren Transport über die halbe Weltkugel.

 

Mehr zu dem Thema Gesundheit und Mausarm sowie der Struktur der Normen insgesamt ist im Download Bereich angeführt.

zurück zu Normen für Bildschirmarbeit